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Selb

Sonderausstellung „MORE THAN BRICKS! Tradition und Zukunft der Architekturkeramik” 20.03. – 03.10.2021


Pressemitteilung für die Fachpresse

Was haben das Stralsunder Rathaus, das königliche Schloss Frederiksborg, das Eingangstor zur Pariser Weltausstellung 1900, die Zeche Zollfrank, die Neue Synagoge in Mainz oder das Museum Brandhorst in München gemeinsam? Bei all diesen Bauwerken haben ArchitektInnen und BauherrInnen zur ästhetischen Gestaltung des Äußeren Keramik auf unterschiedliche Arten genutzt. Diesem vielfältigen Material in der Architektur widmet sich die Sonderausstellung „MORE THAN BRICKS! Tradition und Zukunft der Architekturkeramik”, die vom 20. März bis zum 3. Oktober 2021 im Porzellanikon in Selb gezeigt wird.

„MORE THAN BRICKS! Tradition und Zukunft der Architekturkeramik“ ist eine Ausstellung sowohl für architekturbegeisterte Profis, den interessierten Laien als auch für die ganze Familie. 600 m² Ausstellungsfläche bieten den BesucherInnen die Möglichkeit, die Entwicklung dieses facettenreichen Materials nachzuvollziehen, die Vielfalt der Verwendung von Keramik als ästhetisches Gestaltungselement zu erleben sowie dessen Möglichkeiten für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Architektur kennenzulernen. Ein durch großformatige Architekturfotografien und zahlreiche Bildschirme inszenierter Stadtrundgang führt die BesucheInnen vorbei an Geschäften, Kirchen, Schlössern und Fabrikgebäuden, bei denen Keramik als Gestaltungselement eine wichtige Rolle spielt. Er bietet ArchitektInnen und Bauwilligen nicht nur einen Blick auf bereits Entstandenes, sondern gibt inspirierende und erklärende Impulse für zukünftige Projekte. 80 Exponate aus in- und ausländischen Museen und Sammlungen, vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit, von kleinen bemalten Fliesen über plastische Baukeramik bis hin zu ganzen Fassadenteilen präsentieren die Dimensionen, die Farbigkeit, die künstlerische Qualität, die Materialität und die Wirkung von Architekturkeramik. Besonders hervorzuheben sind eine gotische Kapitellverzierung aus dem Kloster Chorin, italienische Majolikareliefs der Renaissance, eine Neptunfigur für das Dianabad in Wien von Michael Powolny, Terrakotten der Schinkelschen Bauakademie in Berlin, zeitgenössische Keramikelemente für die Verkleidung der Synagoge in Mainz sowie des Museumsquartiers M9 in Mestre (Italien) und andere. Ein Highlight der Ausstellung ist die eigens dafür erstellte, digitale Rekonstruktion der Porte Monumentale, des ehemaligen Eingangstors zur Pariser Weltausstellung im Jahr 1900. Mit Hilfe einer VR-Brille ist es möglich, dieses prominente und monumentale Bauwerk zu erleben und die darin verwendeten keramischen Arbeiten bedeutender französischer Künstler so zu sehen, wie sie damals angebracht und von den BesucherInnen der Weltausstellung wahrgenommen wurden. Fünf der originalen Reliefplatten mit Tiermotiven, die das Musée des Arts Décoratifs in Paris für die Ausstellung zur Verfügung stellt, verdeutlichen, welche ästhetische Wirkung die glasierte Keramik hatte.

Nach dem Besuch der Ausstellung werden alle wissen: Keramik in der Architektur war und ist ein wichtiger Teil unserer Lebensumwelt und kann sie auch zukünftig mitgestalten!

Einen vertiefenden, wissenschaftlichen Zugang zu dem Thema der Architekturkeramik gibt zum einen die zur Ausstellung erscheinende, reichbebilderte Begleitpublikation. Acht AutorInnen unterschiedlichster Profession beleuchten dabei einen bestimmten Punkt in der langen, facettenreichen Geschichte der Verwendung von keramischen Bauteilen und Zierelementen in der Architektur. Zum anderen wird im September 2021 ein im Porzellanikon stattfindendes Symposium die Möglichkeit bieten, sich gemeinsam zu dem Thema auszutauschen. Die vom Porzellanikon und der Bayerischen Architektenkammer organisierte Veranstaltung richtet sich an ArchitektInnen, KunsthistorikerInnen, DenkmalpflegerInnen, Keramikherstellende und alle, die das Thema interessiert. In Redebeiträgen und Workshops werden historische Aspekte, Praxisberichte und vor allem Zukunftsfragen vorgestellt und diskutiert.

Anfragen zur Ausstellung senden Sie direkt an:


Thomas Miltschus, M. A.
Kurator, Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan Hohenberg an der Eger / Selb
Werner-Schürer-Platz 1
95100 Selb


Fon +49 9287 91800-213
Fax +49 9287 91800-999


thomas.miltschus(at)porzellanikon.org

VR-Rekonstruktion der Porte Monumentale in Paris 1900/2020 © Porzellanikon / LeMog

Museum Brandhorst: Foto: Martin Falbisoner (CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/)